Der Werkstoff Glas bietet – in direkter Kombination mit der Auswertelektronik – neue Gestaltungsmöglichkeiten

Technologische Basis ist die kapazitive Bedienungserkennung

Industrielle Geräte und Laborgeräte werden immer komplexer. Bedienknöpfe, Regler, Modi etc. zunehmend verschachtelter. Dies bedarf nicht selten einer intensiven Schulung des Bedienpersonals – und wenn es mal unter Stress schneller Handlungen bedarf, sind Fehlbedienungen vorprogrammiert. Kapazitive Glas-Touch-Systeme ermöglichen völlig neue Designs und Bedienerführung. Es werden zwei Lagen mit einem leitfähigen Material in Rauten voneinander isoliert auf eine Glasscheibe gebracht. Befindet sich ein Finger am Kreuzungspunkt zweier Streifen, so ändert sich die Kapazität des Kondensators und diese Position kann von der Auswertelektronik ermittelt werden. Der Sensor und die Auswerteelektronik sind geschützt auf der Rückseite des Deckglases angebracht und die Erkennung des Fingers wird durch die Scheibe „hindurchprojiziert”. So erfolgt die Bedienung auf der praktisch verschleissfreien Glasoberfläche mit bis zu 10 mm Stärke. Diese Technik erlaubt auch die Erkennung mehrerer Fingerpositionen gleichzeitig, das sogenannte Multi-Touch, und somit die Bedienung mittels Gesten wie Wischen oder Spreizen von Fingern.

Glas und Elektronik

Grossenbacher Systeme befasst sich schon seit Jahrzehnten mit Display- und Bedientechnologien. Angefangen in den 90iger Jahren mit Plasmabildschirmen und Infrarot-Touch-Systemen. Heute stehen die kapazitiven Bedientechnologien im Mittelpunkt. Dies nicht nur durch Multi-Touch-Panels mit Projected Capacitive-Technologie, sondern auch durch Ergänzung mit diskreten kapazitiven Schaltelementen. Diese in der Praxis immer wieder vorkommende Kombination von Touchpanel und Bedienelementen vereint Grossenbacher Systeme auf einer durchgehenden Glasscheibe mit Multi-Touch-Sektion und diskreten, auch individuell beleuchtbaren, Schaltelementen und Schiebereglern. Durch das direkte Verbinden der Auswerteelemente mit der Glasscheibe ergibt sich eine intrinsische Sicherheit in der Bedienungserkennung ohne mechanischen Verschleiss.

Den Wald vor lauter Bäumen sehen

Glas kann man transparent gestalten, wo der Blick auf Bedienelemente gefragt ist. Man kann die Bedienoberfläche aber auch abdunkeln und dank Hintergrundbeleuchtung genau die Elemente hervorheben, die es im aktuellen Gerätemodus bedarf. So lässt sich der „Urwald” von Bedienelementen deutlich lichten und eine echte Bedienerführung realisieren. Darüber hinaus bietet der Werkstoff Glas einzigartige Gestaltungsmöglichkeiten in der Form und dank der extrem glatten Oberfläche ideale hygienische Eigenschaften. Desinfektions- und Reinigungsprozesse können somit einfach und schnell durchgeführt werden.